Physik in der St. Johannis-Kirche

Das Foucaultsche Pendel in der St. Johannis-Kirche Forchheim
Bildrechte: F. Schramm

Fabian S., Abiturient am Ehrenbürg-Gymnsium Forchheim, installierte im Sommer 2020 ein Foucaultsches Pendel in der St. Johannis-Kirche. Rückblickend schreibt er:
"So manch einer dürfte sich gewundert haben, als er in diesem Sommer die St. Johannis-Kirche betrat. Was hing da im Altarraum von der Decke herab? Ein übergroßes Pendel – hat das etwas mit Esoterik zu tun? Nein, sondern mit dem genauen Gegenteil - mit Physik!

Im meinem W-Seminar „Sterne“ am Ehrenbürg Gymnasium wurde als mögliches Thema für die Seminararbeit der Bau eines Foucaultschen Pendels angeboten. Spontan dachte ich daran, den Versuch von Leon Foucault aus dem Jahr 1851 so originalgetreu wie möglich nachzustellen. Damals wie heute braucht man dazu einen möglichst hohen und windgeschützten Raum. Deshalb bot sich schon damals ein Sakralbau dafür an. Ich war deswegen froh, dass mir bei meiner Anfrage an die Kirchengemeinde St. Johannis eine große Offenheit entgegengebracht wurde und ich bei der Vorbereitung in vielfältiger Weise unterstützt wurde.

Foucaultsches Pendel in der St. Johannis-Kirche Forchheim mit Blick zur Orgel-Empore
Bildrechte: F. Schramm

Für den Bau verwendete ich, so weit als möglich, alltägliche Komponenten: ein Bohrmaschinenfutter, ein dünnes Stahlseil, Gardinenstangen usw. Nur die 20 kg schwere Eisenkugel musste eigens gegossen werden. Am 24. Juli war es dann soweit und das Pendel konnte an der Decke zum Altarraum aufgehängt werden. In den nächsten 3 Wochen verbrachte ich dann mit meinen Versuchen viele schöne Stunden in der Kirche. Langsam schwang das Pendel hin und her, und kaum wahrnehmbar änderte sich dabei die Schwingungsebene. Auch die bunten Flecken, die die Sonne durch die Kirchenfenster auf den Boden im Altarraum zeichnete, wanderten weiter, beides verursacht durch die Erdrotation. Zeitweilig kam das besinnliche Spiel der Orgel hinzu. Zeit über sich selbst, die Erde und das Weltall nachzudenken. Manchmal kamen auch Besucher vorbei, oft Wanderer auf dem Jakobsweg. Alle freuten sich, dass Glaube und Wissenschaft in diesem Versuch so anschaulich zusammenfanden. 

Allen, die mir ermöglicht haben, an diesem Ort meinen Versuch aufzubauen, möchte ich herzlich dafür danken. Inzwischen ist das Pendel wieder abgebaut. Mein Traum wäre allerdings, es im nächsten Jahr zum Kirchenjubiläum nochmals aufzuhängen und sich erneut davon zu überzeugen, dass, mit Gottes Hilfe, sich die Erde immer noch dreht."
Fabian Schramm, Abiturient am 
Ehrenbürg-Gymnasium Forchheim