"Kirchgeld" und "Besonderes Kirchgeld"

"Besonderes Kirchgeld" abfgeschafft!
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Synode schafft "Besonderes Kirchgeld" ab!

Ein oft genannter Grund für den Kirchenaustritt entfällt.

„Mein Mann gehört keiner Konfession an. Ich sehe nicht ein, warum sein Einkommen bei meiner Kirchensteuer angerechnet wird. Das ist einfach ungerecht! Ja, das belastet unsere Beziehung!“
So oder so ähnlich begründeten in den letzten 15 Jahren viele Gemeindeglieder, warum sie selber aus der evangelischen Kirche ausgetreten sind.

Als die Landessynode der Evang.-Luth. Kirche in Bayern das sogenannte „Besondere Kirchgeld“ im Jahr 2004 einführte, sollte eine „Gerechtigkeitslücke“ geschlossen werden. Häufig waren damals gutverdienende Ehepartner aus der Kirche ausgetreten, während die nicht berufstätigen Ehepartner und Kinder Kirchenmitglieder geblieben sind. Das „Besondere Kirchgeld“ orientierte sich nicht am (geringen) eigenen Einkommen des evangelischen Ehepartners, sondern an der Ehe als Wirtschaftsgemeinschaft.

Viele Pfarrerinnen und Pfarrer vor Ort warnten schon damals vor den Folgen der neuen Steuer. Denn das „Besondere Kirchgeld“ widersprach dem Gerechtigkeitsempfinden der Betroffenen. Warum sollte jemand, der sich bewusst gegen die Zugehörigkeit zu einer Konfession entschieden hatte, auf dem Umweg über den Ehepartner doch noch zur Kasse gebeten werden.

Ab dem Veranlagungsjahr 2018 wird das Besondere Kirchgeld nicht mehr erhoben! Es wäre sehr zu wünschen, wenn diese Entscheidung viele „Austrittswillige“ bewegt, in ihrer evangelischen Kirche zu bleiben!
Enno Weidt

Das Kirchgeld kommt in vollem Umfang der Ortskirchengemeinde zu Gute!

Im Gegensatz zum „Besonderen Kirchgeld“ handelt es sich beim „Kirchgeld“ um eine Umlage, die in vollem Umfang der Ortskirchengemeinde zu Gute kommt und weiterhin erhoben wird.
Mit dem Kirchgeld finanziert eine Gemeinde einen beträchtlichen Teil ihrer Tätigkeiten - u. a. auch den Unterhalt ihrer Gebäude und Einrichtungen.

Die Kirchengemeinde St. Johannis erbittet das Kirchgeld 2019 besonders für die Sanierung des maroden Glockenstuhls der St. Johanniskirche. Untersuchungen haben gezeigt, dass der Glockenstuhl gründlich renoviert, wenn nicht sogar komplett erneuert werden muss.

In der Christuskirche ist das Kirchgeld insbesondere für Sanierungmaßnahmen am Dietrich-Bonhoeffer-Haus vorgesehen.

Die Kirchgeldbescheide liegen der Gemeindegrußausgabe April/Mai bei.                               
Enno Weidt und Christian Muschler