Jahresthema 2021 - Die 10 Gebote

Wegweiser für ein Leben in Freiheit

Die 10 Gebote prägen unseren Alltag – selbst da, wo Menschen keinen bewussten Bezug mehr zu ihnen haben. Denn längst sind die 10 Gebote in die maßgeblichen Gesetzeswerke unseres Kulturkreises eingegangen. Nach den furchtbaren Erfahrungen des Dritten Reiches wollte sich das Deutsche Volk 1949 sein neues Grundgesetz „im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen“ geben. Die Würde des Menschen sollte unantastbar sein, so wie es das 5. Gebot vorgab („Du sollst nicht töten“). Sonntag und Feiertage sollten weiterhin unter dem Schutz des Staates stehen – wie auch die Ehe oder das Eigentum.

Die Bibel erzählt, wie Gott seinem Volk die 10 Gebote kurz nach dem Auszug aus der Sklaverei in Ägypten schenkte. Die 10 Gebote waren Gottes Einladung an das Volk, mit der neugewonnenen Freiheit verantwortlich umzugehen. Jesus erinnerte die Autoritäten seiner Zeit daran, dass Gottes Gebote „um des Menschen willen“ gegeben wurden und stellt damit auch alle Versuche der Kirche, die 10 Gebote als Machtinstrument zu missbrauchen, in Frage.

Die 10 Gebote laden auch heute mit unverminderter Kraft ein, unsere gottgewollte Freiheit verantwortlich zu gestalten und weisen uns den Weg zu einem gelingenden Leben. Wo diese 10 Gebote missachtet werden, geraten Menschen leicht in moderne Formen der „Sklaverei“. 

Wer z. B. den Feiertag – den freien Tag – konsequent aus dem Kalender streicht, gerät schnell unter Termindruck und in Abhängigkeit von seiner Arbeit. Oder wer das 8. Gebot („Du sollst kein falsch Zeugnis reden“) - die Aufforderung zur Wahrhaftigkeit - nicht mehr ernst nimmt, geht leicht „alternativen Fakten“ auf den Leim und macht sich von fragwürdigen „Meinungsmachern“ abhängig.

Es soll jeweils eines der 10 Gebote in den Fokus gerückt werden - beginnend mit der „Präambel“ – dem 1. Gebot:
„Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst nicht andere Götter neben mir haben.“

Enno Weidt, Pfarrer

Das 1. Gebot oder Gott, wer bist Du?

Das 1. Gebot oder Gott, wer bist Du? Die 10 Gebote beginnen nicht willkürlich. Ganz am Anfang, gewissermaßen als Präambel, richtet Gott folgende Worte an sein Volk Israel: „Ich bin der der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland aus der Knechtschaft geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“

Das 3. Gebot - Du sollst den Feiertag heiligen

Das 3. Gebot - Du sollst den Feiertag heiligen Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, […] Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn. (2. Mose 20,8-11)

Das 4. Gebot - Du sollst Vater und Mutter ehren

Das 4. Gebot - Du sollst Vater und Mutter ehren ... In seinem kleinen Katechismus deutet Martin Luther dieses Gebot so: „Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsere Eltern und Herren nicht verachten noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben.“