Ade und Gott befohlen!

Pfarrer Christian Muschler wechselt zum 1. Juni  von der Kirchengemeinde Forchheim Christuskirche zur Gnadenkirche Simbach am Inn.

Abschiedsworte von Pfarrer Christian Muschler

Liebe Leserin, lieber Leser!

Pfarrerinnen und Pfarrer pflegen gewöhnlich ihre Predigten mit der Anrede einzuleiten: „Liebe Gemeinde!“ Das klingt manchmal wie eine Formel. Dabei hat diese Anrede eine tiefere Bedeutung. Sie erinnert zunächst den Prediger daran, dass die Gemeinde, zu der er predigt, von Gott geliebt ist. Mit der Anrede „liebe Gemeinde“ übermittelt er also zuerst den Gruß Gottes an die von diesem geliebte Gemeinde.

Nach fast 15 Jahren verlasse ich nun die Kirchengemeinde Forchheim-Christuskirche. Ich darf sagen: ich habe der Gemeinde diesen Gruß Gottes gerne überbracht. Auch deshalb, weil diese Gemeinde mir selber lieb geworden ist und ich vielfachen Grund zur Dankbarkeit habe.
Größere Projekte standen in den vergangenen Jahren an, die dem Kirchenvorstand Mut abverlangt haben: Dazu gehörten zum Beispiel der Bau des Bürgerzentrums, die Erweiterung des Kindergartens, der Bau einer neuen Orgel, die Durchführung von Ausstellungsprojekten. Ich danke dem Kirchenvorstand für das Vertrauen, in dem wir zusammenarbeiten durften. Dass es gelang, das diakonische Profil der Gemeinde zu vertiefen, dafür bin ich dem Kirchenvorstand besonders dankbar.
Mein Dank gilt den Kolleginnen und Kollegen unseres Teams für die konstruktive Zusammenarbeit: Pfrin. Renate Topf und Pfr. Ulrich Bahr, Diakon Tobias Steinke und Diakonin Beate Wagner. Ich bedanke mich bei den Pfarramtssekretärinnen Frau Evelyn Brendel und Frau Claudia Schulte für ihr hilfreiches Mitdenken.
Mein Dank gilt weiter dem Kindergarteam mit seinen Leitungen für sein Engagement für die Kinder unseres Stadtteils.
Es war für mich eine Freude zu sehen, dass sich das Bürgerzentrum hat etablieren können. Ich danke dafür der Stadtteilmanagerin Kathrin Reif sowie allen Organisationen des Vereins Ratio e. V. .
Auch schaue ich dankbar auf die gute Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen von St. Johannis zurück. Noch viele Namen müsste ich nun weiter nennen. Ich belasse es mit einem herzlichen Dankeschön an den Kreis der vielen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ja alle das Gemeindeleben tragen. Meinen Dank für die vielen freundlichen Begegnungen, auch im Rahmen der Ökumene wie im Kreis der Kolleginnen und Kollegen an den Schulen, will ich nicht verschweigen.
Ich werde zum ersten Juni die erste Pfarrstelle Simbach am Inn übernehmen. In Simbach lebt meine Lebensgefährtin.
Nun verbleibt mir nur noch, zum Abschied der Kirchengemeinde ans Herz zu legen: Vergesst es nicht: Ihr seid eine liebe Gemeinde!
Ihr Christian Muschler

Abschiedsworte von Gabi Stubenrauch, Vertrauensfrau des Kirchenvorstands der Christuskirche

Ade und Gott befohlen!

Früher sagte man öfter „Gott befohlen“. Heute hört man diesen Wunsch kaum noch. Doch eigentlich finde ich ihn sehr schön. Zum Abschied sollte man ihn viel öfters verwenden, denn was kann man Besseres wünschen, als dass man jemanden dem Schutz und Segen unseres Gottes anbefiehlt?
Dies meint übrigens auch „Ade“. Aus dem Französischen stammt der Abschiedsgruß „Adieu“, der verkürzt und „eingefränkelt“ oft verwendet wird. „Adieu“ setzt sich aus den beiden Wörtern à „bei“ und dieu „Gott“ zusammen. „Dein Weg sei bei Gott geborgen und aufgehoben“. So könnte man etwas ausführlicher das Abschiedswort übertragen.

Nun ist es also an uns, dir lieber Christian nach fast 15 Jahren in Forchheim „Ade“ zu sagen. Du wirst ab Juni 2020 als erster Pfarrer in der Gnadenkirche in Simbach am Inn tätig sein.
Beim Abschiednehmen bleibt der Rückblick nicht aus und plötzlich wird einem deutlich, was man aneinander hatte. Dinge, die man als selbstverständlich hinnahm, werden zur Kostbarkeit und zum Geschenk. Dass die Simbacher eine kluge und gute Wahl getroffen haben, hast du hier in Forchheim längst bewiesen.

Dein Dienst in der Christuskirche begann am 1. September 2005. Seitdem hast du das Gemeindeleben vielfältig geprägt und bereichert. Angefangen mit dem Neubau unseres Kindergartens, über die Vollendung des Bürgerzentrums und Renovierung des Glockenturms, kann die Christuskirche seit 2010 eine neue Orgel ihr Eigen nennen. Seit 2017 ist unser Gemeindehaus nach Dietrich Bonhoeffer benannt.
Unvergessen sind die durch dich initiierten Ausstellungsprojekte mit jeweils umfangreichem Rahmenprogramm.
Ein besonderes Anliegen war dir immer das Sonntagsfrühstück und der Mittagstisch. Jedes Jahr in der Adventszeit freuten sich unzählige Menschen auf die „besinnliche Stunde im Advent“ mit der Niederndorfer Saitenmusik.
Es bliebe noch vieles zu berichten, aber eines ist sicher: Die Gemeinde wird dich als ruhigen, besonnenen „Mann der Tat“ in Erinnerung behalten, der seinen Gemeindemitgliedern jeder Zeit mit offenem Ohr und Armen begegnete, mit überschwänglicher Freude Familiengottesdienst feierte und in seinen bewegenden, tiefgehenden Predigten jeden mit unerwarteten Literaturzitaten überraschte.

Einen Wunsch möchten wir dir als Kirchengemeinde mit auf den Weg an den Alpenrand geben:
„Geh unter der Gnade, geh mit Gottes Segen,
geh in seinem Frieden, was auch immer du tust!

Ade und Gott befohlen, lieber Christian!