Reformation weltweit - Blick nach Tansania

Vom 11. Oktober bis 1. November werden vier Tansanier Gäste in unserem Dekanat und in unseren Kirchengemeinden sein.Vom 11. Oktober bis 1. November 2016 waren vier Tansanier Gäste in unserem Dekanat und in unseren Kirchengemeinden.

In den drei Wochen waren unsere Gäste in verschiedenen Gemeinden eingeladen. Begegnungen, Diskussionen und der Erfahrungsaustausch über unsere Kulturen waren das Ziel.

Die Tansanier leben am Fuße des Kilimanjaro (dem höchsten Berg Afrikas). In dieser Region gibt es viele evang.-luth. Gemeinden, die durch deutsche Missionsarbeit entstanden sind. Die meisten Familien leben vom Ertrag ihrer kleinen Landwirtschaft. Die Frauen verkaufen ihr Gemüse und ihre Früchte auf den Märkten. Die Männer arbeiten oft weit weg in den Städten und kommen nur an Feiertagen wie Weihnachten nach Hause.
In unseren Augen sind viele Familien sehr arm, aber sie sind nicht unglücklich und unzufrieden. Im Gegenteil! Die Tansanier leben als Christen in dem selbstverständlichen Glauben, dass bei Gott alle Dinge möglich sind, und dass er in ihr Leben eingreift und sie beschützt. Er schenkt den Regen für die Pflanzen und gibt den Menschen, was sie zum Leben brauchen. Vielleicht nicht gleich und nicht morgen, aber irgendwann wieder. Für tansanische Christen gilt grundsätzlich: „Haraka, haraka haina baraka“ das bedeutet so viel wie: „In der Eile ruht kein Segen.“

Tansanier sind nach unseren Vorstellungen sehr geduldig und leidensfähig. Das Gebet nehmen sie ausgesprochen ernst. Vor jeder kurzen oder längeren Reise, vor einem ärztlichen Eingriff, bei einem Besuch, einem Meeting, vor jedem Essen, immer gehört beten dazu. Sonntag für Sonntag strömen die Menschen in die Kirche und feiern voller Freude Gottesdienst, obwohl der schon mal 2-3 Stunden dauern kann! Jede Gemeinde hat mehrere Chöre und meist auch einen Posaunenchor, die den sonntäglichen Gottesdienst mitgestalten. Eine volle Kirche bedeutet, in einer Gemeinde mit etwa 2000 Gemeindegliedern, dass 1000 Leute am Gottesdienst teilnehmen.

Der Besuch der Afrikaner wurde in den Gemeinden sehr gut aufgenommen und die Begegnungen und Gespräche waren sehr bereichernd für das Gemeindeleben hier bei uns und in Tansania.

Dekan G. Werner, Dekan i.R. J. Rau, Pfrin. i.R. R. Topf